Von Lobach zur Burg Everstein

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Viel ist von der Burg Everstein ja nicht mehr zu sehen, trotzdem wollte ich mir die Reste auf dem Burgberg einmal anschauen. Der Ausflug startete in Lobach (Koordinaten: 51°52'6.03"N, 9°31'29.25"E). Dort konnte ich meinen Wagen gut parken.

Zwischen Kornfeldern und Wiesen ging es dann mit einem kleinen Anstieg auf den dicht bewaldeten Burgberg. Der Weg war unbefestigt und wurde, der Spurenlage zu urteilen, offensichtlich hin und wieder von Nutfahrzeugen befahren. Durch den starken Regen war der Weg allerdings fast unbegehbar geworden.

Die Füße steckten teilweise knöcheltief im Schlamm. Bei einem solchen Wetter ist dringend eine andere Route zu empfehlen. In ungefähr 25 Minuten ist der Aufstieg von Lobach aus zu bewältigen. Die Reste der Burganlage Everstein befinden sich auf knapp 300 Meter Höhe. Hier braucht jeder viel Phantasie, um aus den stark überwachsenen Gesteinsanhäufungen noch etwas burgenartiges zu erkennen. Zwischen den hohen Gesteinsbrocken ziehen sich einige Gänge. Aus der Luft betracht ist die Anlage schon eher als eine ehemalige Befestigungsanlage zu erkennen. Wer das Hinweisschild am Wegesrand nicht liest, könnte das Ganze auch als ganz normale Gesteinsbrocken halten, die auf einen Berggipfel ja auch nicht unüblich sind. Als Burgenfan sind aber auch solche Ruinen sehr reizvoll, denn sie lassen viel Spielraum für Interpretationen. Über die Geschichte dieser ehemaligen Hochburg Everstein gibt es nicht viel zu erfahren. Sie entstand im 12. Jahrhundert und war im Besitz des Grafen von Everstein, der auch die Burg in Polle (Originalname: Eversteiner Burg bei Polle) sein Eigen nennen konnte. Die Burg in Polle ist – im Gegensatz zur Burg Everstein – noch als eine solche zu identifizieren. Der Abstieg von der Burg Everstein nach Lobach zurück dauert ungefähr 15 Minuten. Mit etwas Glück lässt sich zum Abend hin auf dem Weg auch jede Menge Rotwild blicken. Insgesamt ist dieser 2,3 Kilometer lange Weg als wenig anspruchsvoll einzustufen.

Fazit: Wer eine schöne Burganlage besichtigen will, für den sind die Reste der Burg Everstein nichts. Für Burgenfans sind auch diese Überreste natürlich ein Muss und keine Strapaze zu viel. Ich finde den Ort interessant und sehenswert.


Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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Kommentare

Mansour gefällt ein Kommentar bei Kotte & Zeller - Eine unendliche Bestellung
Interessant ist, dass dieser Bericht bereits 10 Jahre her ist, und an der Informationspolitik hat si...
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Ich war letzte Woche, Anfang Juni, dort Übernachten. Ziemlich unruhig dort. Kann man nur am WE besuc...
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Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
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Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
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Bernhard gefällt ein Kommentar bei Gefangen im eigenen Land
Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
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