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- Hendrik Lorenz
- Kategorie: Blog
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Der Tag beginnt gegen 10 Uhr. Computer an, Nachrichten auf dem Bildschirm. Und täglich grüßt das Murmeltier. Messerstechereien, Clan-Schießereien, Raub, Diebstahl, Gruppenvergewaltigung und sonstige Gewalttätigkeiten gehören längst zum täglichen Nachrichtenangebot. Dazu kommen die obligatorischen Erklärungen, Einordnungen und Beschwichtigungen der Medienhäuser. Das eigentlich Erschreckende ist längst nicht mehr die einzelne Tat. Das Erschreckende ist die Gewöhnung daran. Was früher eine Sondersendung ausgelöst hätte, reicht heute allenfalls für eine Randnotiz. Ein weiterer Eintrag in der täglichen Statistik des gesellschaftlichen Niedergangs. Kurz zur Kenntnis nehmen, Betroffenheit heucheln, weiterblättern bis zur nächsten Horrormeldung.
Nach der morgendlichen Dosis Realität folgt der Blick auf das Klingelschild. Wieder ein neuer Name. Wieder ein Name, der nicht ausgesprochen werden kann ohne zu spucken. In einem Strang mit 47 Wohnungen finden sich inzwischen 35 entsprechend fremdsprachige Namen. Die frühere Vorstellung der GESOBAU AG einer „gesunden Mischung“ verschiedener Bewohner wirkt rückblickend beinahe wie ein gescheitertes ideologisches Projekt. Multikulturelles Zusammenleben funktioniert auf dem Papier hervorragend. In der Realität wird daraus gelegentlich ein faszinierendes Experiment darüber, wie viele unterschiedliche Vorstellungen von Rücksichtnahme, Sauberkeit, Lärm und öffentlichem Verhalten auf engstem Raum miteinander zusammenstoßen können.
Dann geht es Richtung U-Bahn. Auf dem Weg zur Station Wittenau zeigt sich das Berliner Stadtbild von seiner inzwischen vertrauten Seite. Frauen mit Kopftüchern, Männer in orientalisch geprägter Kleidung. Dazwischen kaputte Gehwege und überall Müll. Der Gehweg ist an zahlreichen Stellen so beschädigt, dass aus einem kurzen Fußweg eine echte Bedrohung der Gesundheit wird. Nach Einbruch der Dunkelheit ist die Benutzung des Gehweges ohne Taschenlampe lebensgefährlich. Straßenlaternen, die seit geraumer Zeit nicht funktionieren, werden offenbar vorsätzlich nicht mehr instandgesetzt. An der Tankstelle folgt der nächste Höhepunkt des guten Lebensgefühls. Diesel für 2,45 Euro. Ein echtes Schnäppchen. Auf einer Parkbank sitzen drei offensichtlich stark alkoholisierte Personen negrider Herkunft und streiten lautstark. Die Auseinandersetzung eskaliert und Schläge werden untereinander ausgeteilt. Ein bärtiger Passant greift ein, verteilt eine ordentliche Ohrfeige und beendet damit die Vorstellung. Die Beteiligten suchen anschließend das Weite. Ordnungspolitik auf Berliner Art.