Warum ich mein Herz an die deutsche Fußballnationalmannschaft verloren habe

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Fußballweltmeisterschaft 2026

Ich werde mir die WM 2026 im Sommer anschauen. Wahrscheinlich fast jedes Spiel so weit es zeitlich möglich ist. Aber ich tue es mit einer Distanz, die ich mir früher nie hätte vorstellen können. Wenn Deutschland spielt, sitze ich als zitternder Fan nicht mehr auf meiner Couch. Ich bin eigentlich nur noch ein neutraler Beobachter. Und das bin ich definitiv nicht freiwillig. Die Vorfreude ist einfach komplett weg und das nicht erst seit diesem Turnier. Wenn ich mir diesen aktuellen WM-Kader anschaue, kenne ich die meisten Spieler überhaupt nicht mehr. Das Team hat für mich gar kein Gesicht. Mit den großen Mannschaften von 1990 oder der glücklichen Truppe von 2014 hat das nichts mehr zu tun. 1990 wusste jeder Gegner weltweit: Deutschland ist ein fast unbezwingbares Bollwerk aus erfahrenen Spielern die über Jahre zusammengewachsen sind. 2014 brauchte es am Ende das nötige Glück für den Titel. Und danach kam eigentlich nur noch Enttäuschung.

Dieser sportliche Absturz war kein Unfall. Er kam mit Ansage. Alles begann mit der verpassten Zäsur im Jahr 2018. Damals ist Joachim Löw nach dem Russland-Debakel einfach nicht zurückgetreten und hat trotz des katastrophalen Auftritts mit seinem fetten Arsch auf seinen Stuhl geklebt. Danach kam die radikale Politisierung durch den Verband. Der DFB wollte permanent erzieherischen Einfluss auf die Spieler nehmen, statt sich auf den reinen Sport zu konzentrieren. Der Fußball wurde komplett für politische Botschaften instrumentalisiert. Es ging nur noch um Regenbogen- und One-Love-Armbinden oder das Hinknien vor der Black-Lives-Matter-Bewegung. Die Quittung für diesen Irrweg gab es dann 2022 in Katar. Der absolute Tiefpunkt war diese peinliche Mund-zu-Geste vor dem Japan-Spiel. Das war ein komplett in den Sand gesetztes Turnier wegen Fokusverlust und sportfremden Debatten in der Kabine. Die Spieler sollten Politik machen statt Tore schießen.

Heute geht das Chaos nahtlos weiter. Die Wahl von Julian Nagelsmann als Trainer war m.E. eine Katastrophe. Wer kurz vor der WM einen bereits zurückgetretenen Manuel Neuer nachnominiert und den gesetzten Torwart Oliver Baumann degradiert, hat jetzt schon verloren. Das Leistungsprinzip wurde komplett ausgehebelt. Ein erneutes und peinliches Vorrunden-Aus würde mich 2026 nicht im Geringsten überraschen.

Wenn mich die Nationalelf nur noch kaltlässt, wo bleibt dann die echte Emotion? Die Antwort liegt vor meiner Haustür bei meinem Heimatverein Eintracht Braunschweig. Da ist wohl so ziemlich jeder leidensgeprüft. Nach den Plätzen 15, 15, 16 und wieder 15 in Folge in der 2. Bundesliga habe ich da eigentlich keine große Hoffnung mehr. Das Dauer-Abo für den Abstiegskampf ist fest gebucht. Aber das ist mir tausendmal lieber als der woke DFB. Bei der Eintracht ist der Kampf wenigstens noch (hin und wieder) ehrlich. Da wird geackert und nicht über PR-Kampagnen philosophiert. Ein dreckiger Sieg an der Hamburger Straße bedeutet mir emotional unendlich viel mehr als das millionenschwere Spektakel der Nationalmannschaft und deren fast nur noch peinlichen Auftritten.

Ich schaue die Fußball-WM im Sommer ohne jeden DFB-Frust. Ich schaue sie einfach als reiner Fußballfan. Große Überraschungen erwarte ich nicht. Mein Favorit ist England. Die hatten bei den letzten Turnieren so viel Pech und haben sich den Titel nach 60 Jahren einfach mal erarbeitet. Argentinien hat seinen Frieden mit der Geschichte schon 2022 gemacht. Die können ohne den Pokal diesmal besser leben.

Von den USA als Austragungsort erwarte ich stimmungstechnisch erneut gar nichts. Das war schon 1994 in den seelenlosen Riesenstadien eine emotionslose, zähe und inszenierte oberflächliche Angelegenheit. Wenn ich echte Leidenschaft sehen will, schaue ich nach Mexiko. Dort brennt wenigstens die Hütte. Und wenn mir der Profifußball endgültig zu verbissen und politisch wird? Dann schalte ich nur noch die WOK-WM ein. Dort zählen keine erzwungenen Siege, sondern einfach nur das echte Spektakel.

Fazit: Ich bin gespannt, ob nach dem ersten absoluten Tiefpunkt, ein weiteren noch tiefer Tiefpunkt das Ganze in diesem Sommer noch getoppt werden kann.

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