Berliner Mauerweg - Etappe 1 Märkisches Viertel - Invalidensiedlung

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Etappe1Start des langen Marsches...

Manche gehen den Jakobsweg. Ich gehe nur den Mauerweg. Er ist auch um ca. 640 Kilometer kürzer - also nur 160 Km lang. Ich habe mir vorgenommen mindestens 20 - 25 Km am Tag zu schaffen, ob sich das umsetzen lässt, werde ich ja sehen. Starten tue ich direkt zu Hause. Praktischer Weise verlief die Berliner Mauer bis 1989 direkt an meinem Kiez, so das mein Startpunkt der Wilhelmsruher Damm nur einen Kilometer unweit meiner Wohnung entfernt ist. Erst einmal Richtung Norden direkt entlang der Schienen der Heidekrautbahn, die immer noch hin und wieder zu diversen Veranstaltungen in das Brandenburger Land fährt.

Zugegeben, fast den gesamten Mauerweg entlang wird heute viel Fantasie benötigt, um sich die Zustände vor 25 Jahren in das Gedächtnis zu rufen. Die Spuren der Berliner Mauer sind wirklich mit deutscher Gründlichkeit beseitigt wurden. Im Nachhinein betrachtet eigentlich etwas schade, in der Euphorie der damaligen Zeit aber verständlich. Vorbei ging es an den Lübarser Feldern Richtung Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ. Die Niedermoorwiesen liegen heute in einem Naturschutzgebiet, das von dem Bau der Berliner Mauer profitierte. Über Jahrzehnte konnten sich durch die Unzugänglichkeit des Gebietes ungestört viele Tierarten und Pflanzen entwickeln. Fledermäuse oder Fischotter sind hier keine selten gesehenen Gäste. Die Wege säumen Apfelbäume und auch Brombeeren stehen zum Verzehr bereit. Kurz vor dem Köppchensee geht es vorbei an dem ehemaligen Krankensammellager von Flankenfelde-Nord. Zu sehen ist von dem Krankensammellager heute nichts mehr. Dort wo es einmal stand, sind heute nur noch Felder.

Es geht durch Schildow und Gliedecke/Nordbahn bis auf die Berliner Straße bei Frohnau. Dort macht der Mauerweg einen Rechtsknick und verläuft an der Straße weiter Richtung Norden. Auf Höhe von McDonalds ist die erste Gedenktafel auf diesem Teilstück von den insgesamt 136 Maueropfern aufgestellt. Kurz davor auf der gegenüberliegenden Straßenseite, befand sich der berühmte „Entenschnabel“, einer der krassesten Verläufe der Berliner Mauer. Hin und wieder ist es etwas schwierig die Schilder vom Mauerweg zu finden.

Von der Berliner Straße aus geht es ein ganzes Stück durch den Tegeler Forst, vorbei am Hubertussee und am Naturschutzturm, ein erhaltener ehemaliger DDR-Grenzturm. Auch hier in der Nähe wieder viele Informationstafeln über Maueropfer. Endstation der ersten Etappe war das Restaurant Märchenhaus vor der Invalidensiedlung. Geschafft wurden heute leider nur 15 Kilometer. Extrem wechselhaftes Wetter und falsche Kleidung taten ihr übriges. Für den nächsten Abschnitt werde ich besser ausgerüstet sein.

 

 

Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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Kommentare

Mansour gefällt ein Kommentar bei Kotte & Zeller - Eine unendliche Bestellung
Interessant ist, dass dieser Bericht bereits 10 Jahre her ist, und an der Informationspolitik hat si...
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Ich war letzte Woche, Anfang Juni, dort Übernachten. Ziemlich unruhig dort. Kann man nur am WE besuc...
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Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
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Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
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Bernhard gefällt ein Kommentar bei Gefangen im eigenen Land
Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
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