Schmecken Meerschweinchen wirklich so gut? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, musste eine Reise dorthin führen, wo die kleinen Nager tatsächlich als Delikatesse gelten. Peru bot dafür die perfekte Gelegenheit. Umso praktischer, dass sich die Reise gleichzeitig mit dem Besuch eines „Friends with Benefits“ verbinden ließ.
Die Anreise in den Andenstaat war überraschend unkompliziert. Mit KLM verlief die Route von Berlin über Amsterdam nach Lima. Knapp dreizehn Stunden Reisezeit inklusive eines gerade einmal fünfzigminütigen Umstieg auf einem der größten Flughäfen Europas klangen zunächst sportlich. Die Sorge, den Anschlussflug zu verpassen, war allerdings unbegründet. Der Zubringer landete pünktlich, der Weiterflug verspätete sich sogar um einige Minuten. Manchmal spielt einem das Glück eben doch in die Karten. Seit dem letzten Langstreckenflug hatte sich in der Economy Class einiges verändert. Früher lief auf Bildschirmen unter der Kabinendecke das immer gleiche Programm. Heute verfügt jeder Sitz über einen eigenen Touchscreen mit Filmen, Musik, Hörbüchern und Spielen in mehreren Sprachen. Selbst USB-Anschlüsse zum Laden mobiler Geräte gehörten inzwischen zur Standardausstattung. Auch die Verpflegung ließ keine Wünsche offen. Die zwölf Stunden über den Atlantik vergingen deutlich angenehmer als erwartet.
Am Flughafen Jorge Chávez in Lima verlief die Einreise erstaunlich reibungslos. Lediglich das Ausfüllen der Einreise- und Zollerklärung stellte eine kleine Herausforderung dar. Die Schrift war derart winzig gedruckt, dass eine Lupe kein überflüssiges Reiseutensil gewesen wäre. Zum Glück wartete am Ausgang schon die Begleitung. Ohne ortskundige Unterstützung wäre der Einstieg in das Verkehrschaos Limas vermutlich nervenaufreibender ausgefallen. Die erste Unterkunft befand sich im Stadtteil Miraflores und trug den vielsagenden Namen „Nirvana“. Treffender hätte die Bezeichnung kaum sein können. Außer dem Personal schien dort niemand zu wohnen. Das gesamte Gebäude wirkte wie ein verlassener Lost Place. Für eine einzige Nacht waren stolze 70 US-Dollar fällig. Gemessen an dem, was geboten wurde, grenzte das schon an Wegelagerei.
Am Abend stand die erste kulinarische Begegnung mit Peru auf dem Programm. Serviert wurden Anticuchos, gegrillte Rinderherzen, eine landestypische Spezialität. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Das Fleisch war zäh und geschmacklich eher unspektakulär. Der erhoffte Aha-Effekt blieb aus. Schon am nächsten Tag musste frisches Bargeld beschafft werden. In Lima geschieht das vielerorts überraschenderweise direkt auf der Straße. Vor Banken stehen Geldwechsler mit dicken Bündeln Bargeld in den Händen – ganz offiziell und offenbar völlig legal. Für europäische Verhältnisse wirkt dieses System zunächst reichlich gewöhnungsbedürftig.
Etwas schwieriger gestaltete sich dagegen jede Taxifahrt. Wer als offensichtlicher Tourist unterwegs ist, zahlt schnell den doppelten oder dreifachen Preis. Selbst wenn Einheimische verhandeln, erkennen die Fahrer den Gringo meist sofort. Also musste improvisiert werden. Grauen Kapuzenpullover tief ins Gesicht ziehen, einige Meter Abstand halten und erst im letzten Moment ins Taxi springen. Sobald die Tür zufiel und die Kapuze verschwand, ließ sich regelmäßig beobachten, wie den Fahrern die Gesichtszüge entgleisten. Ein kleines Schauspiel, das fast schon mehr Unterhaltung bot als die eigentliche Fahrt. Bei Tageslicht zeigte Lima dann sein wahres Gesicht. Laut, chaotisch, staubig und von einer bleiernen Abgasglocke überzogen. Der erste Eindruck erinnerte ein wenig an Kairo. Schön ist definitiv anders. Wenn Miraflores tatsächlich zu den besseren Stadtteilen gehören sollte, wollte der Gedanke gar nicht erst aufkommen, wie die weniger privilegierten Viertel aussehen mögen.
In der Nacht stand die Weiterfahrt mit dem Fernbus nach Trujillo an, rund 500 Kilometer nördlich von Lima gelegen. Busverbindungen gibt es in Peru reichlich und günstig. Die Wahl fiel auf das Unternehmen TRX. Für umgerechnet rund 21 Euro bot der Nachtbus mehr Komfort als so mancher europäische Reisebus. Im unteren Deck standen riesige, weit verstellbare Sitze zur Verfügung, dazu Klimaanlage, Getränke und kleine Snacks. Am Abend in Lima eingestiegen, am nächsten Morgen in Trujillo angekommen. Angenehmer lässt sich eine Nachtfahrt kaum gestalten. Der erste Anblick der Stadt fiel ähnlich ernüchternd aus wie zuvor in Lima. Laut, hektisch und nicht gerade sauber. Die Unterkunft lag im Stadtteil San Andrés, einer vergleichsweise besseren Wohngegend. Von Schönheit konnte trotzdem keine Rede sein. Immerhin gab es alles, was im Alltag benötigt wurde: Restaurants, Banken, Supermärkte und kleine Geschäfte. Angenehmer präsentierte sich das historische Zentrum rund um die Kathedrale. Koloniale Gebäude, belebte Plätze und zahlreiche Restaurants sorgten zumindest dort für etwas Atmosphäre. Preislich bewegte sich die Gastronomie auf europäischem Niveau. Nach Sonnenuntergang erwachte die Innenstadt richtig zum Leben. Immer wieder wird Trujillo für seine Strände gelobt. Leider liegen diese einige Kilometer außerhalb der Stadt. Etwa eine halbe Stunde dauerte die Fahrt nach Huanchaco, einem kleinen Ort, der vor allem bei Surfern beliebt ist. Die große Begeisterung wollte sich auch dort nicht einstellen. Ein paar Surfschulen, einige Fischerboote, Restaurants und viel Staub. Insgesamt erschien Huanchaco eher trostlos als idyllisch. Vielleicht waren andere Strände der Region tatsächlich schöner, möglicherweise fiel die Wahl einfach auf den falschen Ort.
Dafür stand dort die nächste kulinarische Premiere an: Ceviche, das wohl bekannteste Nationalgericht Perus. Roher Fisch gehört ohnehin nicht zu meinen Favoriten. Als dann auch noch versehentlich in eine scharfe Chili statt in eine vermeintliche Tomate gebissen wurde, war das kulinarische Experiment für diesen Tag endgültig beendet. Nach vier Tagen in Trujillo stand die Entscheidung fest, zunächst wieder nach Lima zurückzukehren. Von der Hauptstadt war bislang kaum etwas zu sehen gewesen, außerdem sollte erst dort entschieden werden, wie die Reise weitergeht. Für die Rückfahrt wurde diesmal Cruz del Sur gewählt. Das Ticket kostete zwar ein paar Euro mehr als bei TRX, dafür war der Komfort noch einmal eine Klasse besser. Die rund neun Stunden bis Lima vergingen entspannt und zum ersten Mal gelang sogar etwas Schlaf während der Fahrt. Am Busbahnhof Javier Prado wartete die nächste Herausforderung: eine neue Unterkunft finden. In den attraktiveren Stadtteilen schießen die Hotelpreise schnell in die Höhe. Fündig wurde ich schließlich im Bezirk Lince. Das Hotel Montefino bot für rund 36 Euro inklusive Frühstück und WLAN ein ausgesprochen gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch die Umgebung gefiel besser als Miraflores. Mehr Grün, weniger Verkehrslärm und mit dem Parque Mariscal Castilla lag direkt gegenüber eine kleine Ruheoase. Restaurants, Cafés und Supermärkte befanden sich in unmittelbarer Nähe. Ein idealer Ausgangspunkt also – zumindest solange der Park nicht auf der falschen Seite verlassen wurde. Obwohl dort offiziell ebenfalls noch der Bezirk Lince begann, änderte sich das Straßenbild innerhalb weniger Meter schlagartig. Manchmal trennt in südamerikanischen Großstädten nur eine einzige Straße zwei völlig unterschiedliche Welten.
Am Abend folgte der nächste Versuch, mit der peruanischen Küche warm zu werden. Diesmal ging es in die Restaurantkette Pardo‘s Chicken, die für ihre über Holzkohle gegrillten Hähnchen bekannt ist. Dazu wurden knusprige Pommes und verschiedene Dips serviert. Optisch und geschmacklich wirklich überzeugend. Nach der eher enttäuschenden Begegnung mit den Anticuchos wurde geraten, diesem Gericht hier noch eine zweite Chance zu geben. Angeblich würden sie in diesem Restaurant besser zubereitet. Doch der erste Bissen landete wieder auf dem Teller. Es half nichts: Anticuchos und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Zur Verdauung folgte eine kleine Rundfahrt durch Lima. Stationen waren Miraflores, der Parque Kennedy mit seinen unzähligen freilaufenden Katzen, das Künstler- und Ausgehviertel Barranco sowie San Isidro. Den Abschluss bildete ein Pisco Sour im traditionsreichen Sarcletti. Ein sehr gelungeneres Geschmackserlebnis.
Auch am Wochenende kennt Lima nur eine Geschwindigkeit: Stau. Die Fahrt zum Einkaufszentrum Centro Empresarial El Polo II zog sich fast 45 Minuten hin. An nahezu jeder roten Ampel spielte sich das gleiche Schauspiel ab. Kaum standen die Autos, erschienen Straßenkünstler, Händler und Gelegenheitsarbeiter. Ein Rollstuhlfahrer putzte in Rekordzeit Autoscheiben, ein Marionettenspieler ließ seine Figur Luftgitarre spielen, daneben boten fliegende Händler Hüte, Süßigkeiten oder sonstigen Kleinkram an. Hier prallten Wohlstand und bittere Armut unmittelbar aufeinander. Szenen, bei denen oft nicht klar war, ob sie zum Lachen oder eher zum Nachdenken anregen sollten. Im Einkaufszentrum fand an diesem Tag neben einem Markt für Naturprodukte auch eine Ausstellung der Künstler Patricia Roy Gates und José Luis statt, die dort ein Atelier betreiben. Die großformatigen Gemälde waren durchaus beeindruckend. Dennoch stellte sich unweigerlich die Frage, wer überhaupt Wohnungen besitzt, in denen solche Leinwände Platz finden. Nach so viel Kultur meldete sich erneut der Hunger. Diesmal wurde das Restaurant Mr. Chino ausprobiert. Auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Chinese, tatsächlich jedoch ein typisches Beispiel für die peruanisch-chinesische Küche, die hier als Chifa bekannt ist. Wie fast überall in Peru fielen die Portionen derart üppig aus, dass problemlos vier Personen satt geworden wären. Eigentlich sollte der Abend anschließend nur bei einem Getränk ausklingen. Ziel war die Bar im auf Stelzen über dem Pazifik errichteten Restaurant La Rosa Náutica. Leider hatte die Bar geschlossen. Also blieb nur eine kleine Fischplatte als Ersatz. Aus der vermeintlichen Kleinigkeit wurde erneut ein Festmahl. Das Essen war ausgezeichnet und das Ambiente kaum zu übertreffen. Dank der Heizstrahler ließ es sich selbst bei den kühlen Abendtemperaturen angenehm auf der Terrasse sitzen. Der Blick über den Pazifik und auf die Lichter Limas machte den Abend perfekt.
Lima gilt im Allgemeinen als preiswert. Ein Blick in die Supermärkte relativierte diesen Eindruck schnell. Bier, Schokolade oder Hygieneartikel kosten teilweise mehr als in Deutschland. Bemerkenswert war außerdem, dass viele Produkte importiert waren und nur vergleichsweise wenige heimische Marken angeboten wurden. Zumindest galt das für die wohlhabenderen Bezirke wie Miraflores, San Isidro oder Lince. Ganz anders präsentierte sich Magdalena del Mar. Dieser Stadtteil präsentierte sich wesentlich authentischer und entspannter. In den Markthallen stapelten sich Obst und Gemüse, an nahezu jeder Ecke wurden frische Speisen verkauft und die Preise lagen extrem unter denen der touristisch geprägten Viertel. Hier kann jeder stundenlang zu Fuß unterwegs sein, ohne dass Langeweile aufkommt. Obwohl Magdalena nicht zu den nobelsten Gegenden Limas zählt, entstand zu keiner Zeit ein unangenehmes Gefühl. Im Gegenteil. Gerade dort zeigte sich das Peru, das bedeutend ursprünglicher erschien als die geschniegelt wirkenden Bezirke der Oberschicht.
Obwohl Lima direkt am Pazifik liegt, eignet sich die Stadt kaum für einen klassischen Badeurlaub. Die Strände von Miraflores, San Isidro oder Magdalena del Mar wirken eher karg und wenig einladend. Statt feinem Sand dominieren grobe Steine, künstliche Aufschüttungen und zahlreiche Sportanlagen. Nur vereinzelt ziehen Surfer ihre Bahnen durch die Wellen. Kommt die Sonne einmal zwischen den meist dichten Wolken hervor, lässt es sich am Meer dennoch hervorragend aushalten. Ständig weht eine angenehme Brise. Die UV-Strahlung sollte nicht unterschätzt werden. Selbst bei bedecktem Himmel brennt die Sonne erbarmungslos. Lichtschutzfaktor 50 ist hier keine Empfehlung, sondern fast schon Pflicht. Wie zuvor in Trujillo bestätigte sich auch in Lima ein Eindruck sehr schnell: Peru bietet unzählige Möglichkeiten für Kultur, Natur und Kulinarik. Peru hat mich überrascht. Nicht immer so, wie ich es erwartet hatte. Landschaftlich und kulturell gehört das Land ohne Zweifel zu den interessantesten Reisezielen Südamerikas. Die Herzlichkeit vieler Menschen, die kolonialen Städte und das ursprüngliche Leben abseits der Touristenpfade bleiben in bester Erinnerung.
Mit der peruanischen Küche bin ich dagegen nie wirklich warm geworden. Anticuchos, Ceviche und einige andere Spezialitäten konnten mich nicht überzeugen. Dafür gab es genügend andere kulinarische Entdeckungen, sodass niemand verhungern muss.Lima selbst ist keine Stadt, in die ich mich verliebt habe. Zu laut, zu chaotisch und oft auch zu anstrengend. Es gibt schöne Ecken und interessante Stadtteile, insgesamt hinterließ die Hauptstadt bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Wer einen Badeurlaub sucht, ist in Peru ohnehin an der falschen Adresse. Dafür gibt es attraktivere Ziele. Trotzdem bereue ich keine Minute dieser Reise. Peru lebt von seinen Gegensätzen. Moderne Einkaufszentren treffen auf traditionelle Märkte, Wohlstand auf Armut und hektisches Großstadtleben auf beeindruckende Landschaften. Genau diese Kontraste machen das Land so spannend. Ob es noch einmal nach Peru geht? Ausschließen würde ich es nicht. Dann mit einem anderen Schwerpunkt. Weniger Lima und mehr Anden, Amazonas oder die südlichen Regionen des Landes. Es gibt dort noch genügend Ecken, die darauf warten, entdeckt zu werden.
Hier noch ein paar Tipps für kommende Peru Besucher:
Geld
Geld wird in Peru selten zum offiziellen Wechselkurs getauscht. Die Wechselstuben kalkulieren ihre Marge entsprechend großzügig. Deshalb lohnt es sich, mehrere Anbieter zu vergleichen und nicht das erste Angebot anzunehmen. Vor vielen Banken stehen autorisierte Geldwechsler, die legal Devisen tauschen. Sie sind in der Regel an einem Dienstausweis oder einer Weste mit Dollar-Symbol zu erkennen. Kartenzahlung ist vor allem in den Städten weit verbreitet. Selbst kleinere Beträge lassen sich vielerorts problemlos mit der Visa-Karte bezahlen. In diesem Bereich wirkt Peru teilweise moderner als viele europäische Länder.
Öffentlicher Nahverkehr
Ein öffentliches Verkehrsnetz existiert, folgt jedoch nur bedingt festen Fahrplänen. Den Großteil übernehmen Busse und Minibusse, deren Ziel meist gut sichtbar an der Frontscheibe angeschrieben ist. Offizielle Haltestellen gibt es zwar, häufig genügt es jedoch, den Bus am Straßenrand heranzuwinken. Bezahlt wird direkt während der Fahrt. Der Nahverkehr ist die günstigste Möglichkeit, sich in Städten wie Lima oder Trujillo fortzubewegen. Gleichzeitig besteht dort jedoch ein erhöhtes Risiko für Taschendiebstähle. Vor allem Frauen berichten zudem immer wieder von sexuellen Belästigungen in überfüllten Fahrzeugen.
Verkehr
Der Straßenverkehr ist hektisch und für europäische Verhältnisse gewöhnungsbedürftig. Verkehrsregeln scheinen häufig eher als Empfehlung verstanden zu werden. Rücksichtnahme ist eher die Ausnahme als die Regel. Während der Reise konnten mehrere Verkehrsunfälle beobachtet werden, darunter auch ein schwerer Zusammenstoß mit einem Radfahrer.
Taxi
Taxifahrten sind vergleichsweise günstig, setzen jedoch etwas Vorsicht voraus. Wer als Tourist erkennbar ist, zahlt schnell deutlich höhere Preise. Orientierung bieten Preislisten und Fahrpreisrechner im Internet, dennoch sollte der Fahrpreis möglichst vor Fahrtantritt vereinbart werden. Besondere Vorsicht ist bei Taxis am Flughafen geboten. Immer wieder kommt es vor, dass Reisende in nicht autorisierte Fahrzeuge steigen und anschließend ausgeraubt oder massiv überhöhte Preise zahlen müssen. Selbst viele Einheimische bevorzugen zunächst den Bus und steigen erst später in ein Taxi um.
Sprache
Ohne grundlegende Spanischkenntnisse wird das Reisen auf eigene Faust schnell zur Herausforderung. Außerhalb von Hotels oder touristischen Einrichtungen spricht kaum jemand Englisch, Deutsch praktisch niemand.
Sicherheit
Kaum ein anderes Reiseland hat bei mir ein vergleichbares Unsicherheitsgefühl ausgelöst wie Peru. Besonders in Lima drehte ich mich auf der Straße häufig um, um zu sehen, wer sich hinter mir befand. Die Sicherheitsmaßnahmen sprechen für sich. Viele Häuser sind mit hohen Gittern, Stacheldraht oder Metallzäunen gesichert. Warnschilder vor bissigen Hunden oder bewaffnetem Objektschutz gehören vielerorts zum Straßenbild. Wer es sich leisten kann, beschäftigt zusätzlich privates Wachpersonal. Auch auf den Straßen sind zahlreiche Sicherheitskräfte unterwegs. Ob Polizei oder privater Sicherheitsdienst, lässt sich oft kaum unterscheiden. Ein wirklich beruhigendes Gefühl stellte sich dadurch jedoch nicht ein. Autofahrer sollten die Türen während der Fahrt grundsätzlich verriegeln. Raubüberfälle an Ampeln oder das gewaltsame Öffnen von Fahrzeugtüren kommen immer wieder vor.
Wetter
Der Aufenthalt fand im Dezember an der Pazifikküste statt. Entgegen den Erwartungen zeigte sich die Sonne nur selten. Meist dominierte eine dichte Wolkendecke, zeitweise regnete es sogar. Sobald sich die Sonne zeigte, wurde es jedoch sofort sehr warm. Besonders tückisch ist die starke UV-Strahlung, die selbst durch die dichte Bewölkung dringt. Ein hoher Sonnenschutz ist daher unverzichtbar, auch wenn der Himmel grau erscheint. Tagsüber lagen die Temperaturen meist zwischen 21 und 23 Grad. Nach Sonnenuntergang wurde es spürbar kühler, jedoch nie wirklich kalt.
Leute
Wie überall gibt es auch in Peru hilfsbereite und weniger angenehme Menschen. Dennoch war ein gewisses Misstrauen oft angebracht. Einige versuchten offensichtlich, aus Touristen möglichst viel Geld herauszuholen, während andere eine außergewöhnliche Gastfreundschaft zeigten und alles daransetzten, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Auffällig war außerdem der oft lockere Umgang mit Rücksichtnahme. Lautes Telefonieren, nächtlicher Lärm oder störendes Verhalten schienen vielerorts kaum jemanden zu interessieren. Wer Einheimische einlädt, sollte außerdem damit rechnen, dass spontan weitere Freunde oder Familienmitglieder mitkommen möchten.
Essen
Kulinarisch hat Peru weit mehr zu bieten, als zunächst vermutet. Selbst wer mit den traditionellen Spezialitäten wenig anfangen kann, wird problemlos fündig. Restaurants sind im Vergleich zu Deutschland meist deutlich günstiger, selbst in gehobenen Lokalen. Auch internationale Fast-Food-Ketten verlangen oft niedrigere Preise.
- Einige typische Spezialitäten:
- Ceviche: Roher Fisch, der in Limettensaft mariniert wird. Wer Sushi mag, wird vermutlich auch Ceviche mögen.
- Anticuchos: Gegrillte Rinderherzen am Spieß. Geschmacklich nicht jedermanns Sache.
- Pollo a la Brasa: Über Holzkohle gegrilltes Hähnchen. Für mich eines der kulinarischen Highlights Perus.
- Cuy (Meerschweinchen): Schmeckt überraschend gut, ist jedoch recht fettig und bietet vergleichsweise wenig Fleisch. Außerhalb Limas wird Cuy häufig traditionell über Holzkohle zubereitet und schmeckt dort meist besser.
- Pisco Sour: Der wohl bekannteste Cocktail des Landes. Süß, aromatisch und deutlich stärker, als er zunächst wirkt.
Einkaufen
In Lima gibt es praktisch alles, was benötigt wird. Moderne Einkaufszentren bieten ein breites Sortiment, die Preise liegen jedoch häufig auf europäischem Niveau oder sogar darüber. Hygieneartikel, Sonnencreme oder Kosmetik sind teilweise deutlich teurer als in Deutschland und sollten nach Möglichkeit bereits von zu Hause mitgebracht werden. Wer günstiger einkaufen möchte, wird in weniger touristischen Stadtteilen fündig. Empfehlenswert ist beispielsweise Magdalena del Mar, wo viele Produkte deutlich preiswerter angeboten werden als in den großen Shopping Malls,
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